von Angelika Trescher

 

3. Kapitel

Jeder möchte die Welt verbessern
und jeder könnte es auch,
wenn er nur bei sich selber anfangen wollte.

(Karl Heinrich Waggerl)

 

Warum muss erst ich mich verändern?

Jeder Mensch sollte zuerst bei sich selbst anfangen etwas zu verändern. Wir können niemanden verändern, keinem anderen etwas abnehmen und auch für keinen anderen entscheiden – kleine Kinder ausgenommen. Jeder denkt, der andere ist der Böse, der Lügner oder der Schlechte. Eigentlich ist es auch normal, denn wir sind ja von unserer Einstellung überzeugt, sonst würden wir sie nicht leben. Immer wieder versuchen wir unseren Partner, unsere Kinder, Nachbarn, Arbeitskollegen und Freunde unbewusst zu verändern bzw. nach unserem Bild zurecht zu biegen. Die Frage ist nur, wessen Bild entspricht der Wirklichkeit? Alles ist relativ, jeder hat eine andere Ansicht. Der Eskimo z. B. behauptet + 20° C ist heiß, der Afrikaner empfindet es als kalt und dem Europäer ist diese Temperatur angenehm. Drei verschiedene Ansichten, aber alle drei haben von ihrer Sicht aus Recht. Weil alle Empfindungen individuell sind, sollte man nie versuchen, jemandem seine Meinung aufzuzwingen. Jeder hat das Recht, seine eigenen Lebenserfahrungen mit allen Höhen und Tiefen zu erleben.

Das Wassermannzeitalter bedeutet auch Kommunikation. Wir müssen wieder lernen miteinander zu sprechen, unsere Gefühle mitzuteilen, ehrlich miteinander umzugehen, auch wenn es am Anfang schwer erscheint und nicht auf Anhieb klappt. Nur durch das „Miteinander Sprechen“ räume ich Missverständnisse aus der Welt und kann den anderen die Chance geben, mich zu verstehen und dadurch besser kennenzulernen.

Wir müssen versuchen, uns dem Neuen ohne Bewertung und Beurteilung zu öffnen. Am besten finde ich persönlich, sich mit Büchern auf das „Neue Zeitalter“ einzustimmen.

Es gibt sehr viele gute Lektüre darüber. Mein Vorschlag: Einfach in eine gute Buchhandlung gehen, verschiedene Bücher in die Hand nehmen und sich vom Gefühl leiten lassen. Man liest immer das aus einem Buch heraus, mit dem man in Resonanz ist. Bücher sollten jedoch nur als ein Einstieg oder eine Hilfestellung angesehen werden, denn der Inhalt eines Buches entspricht der momentanen Wahrheit des Autors. Man sollte sich deswegen nur wirklich das zu Herzen nehmen und anwenden, was einen anspricht. Wenn man Bücher ein oder zwei Jahre später erneut liest, stellt man fest, dass man sie jedesmal anders versteht.

Nach den Büchern kommen meistens Seminare und Vorträge, in denen man gleichgesinnte Menschen trifft. Durch Informationen neugierig geworden, geht man in kleinen Schritten in die erste Versuchsphase. Sollte es manchmal nicht so richtig klappen, liegt es meistens daran, dass man sich selber noch nicht traut. „Das kleine Buch vom glücklichen Leben“ vom Bio Ritter Verlag ist schön zu lesen und sehr lehrreich, oder „Hilf Dir selbst sonst hilft Dir keiner“ etc... Dies sind nur zwei Titel, die ich empfehlen kann. Einige Bücher, die meine persönliche Entwicklung förderten, stelle ich am Ende des Buches noch vor.

Prinzipiell sollten wir mit den überall auftauchenden Informationen kritisch umgehen. Jeder muss für sich herausfinden, was ihn anspricht und umsetzbar ist. Eines darf aber aus allem nicht entstehen, nämlich Fanatismus. Es gibt viele gute Sachen, die den einen ansprechen und den anderen abstoßen. Trotzdem ist das Eine nicht gut und das Andere deswegen nicht schlecht.

Wenn jeder einige Dinge beachtet, wie z. B. seine Wahrheit immer nur für sich herausfindet und lebt (aus eigener Erfahrung weiss ich, dass es manchmal schwer fällt), nicht missioniert, sondern nur den anderen darauf aufmerksam macht und ihn trotzdem selbst entscheiden lässt, ob und wie er eine Veränderung akzeptiert, kommt man in kleinen Schritten vorwärts. Mein Leben hat mir gezeigt, dass es einfacher ist sich selbst zu verändern als unzählige Versuche zu starten den anderen umzukrempeln.

Auch die Menschen, mit denen ich zusammenarbeite, berichten, dass nach ihrer Veränderung sich automatisch ihr gesamtes Umfeld einfach still und leise ebenso verändert hat. Ganz ohne Zwang und Ärger.

Man sollte versuchen, seinen eigenen Weg langsam aber stetig herauszufinden. Am Anfang ist man begeistert, erzählt voller Elan und Tatendrang, versucht auch andere zu überzeugen und merkt plötzlich, dass viele darüber lächeln oder gar entsetzt sind. Auch das gehört dazu. Oft sollte man solche Situationen auch als Bestandsaufnahme für sich selbst ansehen. Es ist natürlich einfacher, wenn unsere Mitmenschen auf unserer Seite sind. Doch dies wäre für eine Veränderung oft zu einfach.

Erst wenn wir über Monate oder Jahre hinweg trotzdem nur uns selbst leben, stellt sich ein anderes Bewusstsein ein. Hat man erst einmal angefangen, seinen Weg zu suchen, zu finden und zu gehen, werden sich die ersten Erfolge einstellen. Neugierig geworden möchte unsere Seele immer mehr. So wird jeder Tag ein Lehrgang, den man sich immer bewusster gestaltet. Es wird immer einfacher, in unseren negativen Erlebnissen auch die positive Seite des Lebens zu sehen und zu bejahen.

Ein Mensch, der sich öffnet, wird immer mehr die Sprache der Krankheiten, die Situationen, die er anzieht und das vermeintliche Negative deuten können. Und irgendwann wird auch der Schmerz, die Situation oder die Krankheit nur ein Wegweiser sein.

„Wie außen so innen, wie innen so außen.“ Dieser Satz sagt schon alles. Wenn man immer nur negativ denkt, ängstlich oder deprimiert ist, wird man immer nur solche Menschen und Situationen anziehen.

Dazu ein Beispiel: In der Kindheit war es der dominante Elternteil, später der Schulkollege, dann der Chef und schließlich der Ehepartner. Immer wieder stellen wir uns dieselbe Frage: „Warum habe ich so ein Pech? Warum kreuzen immer solche Menschen meinen Weg?

Hat man erst einmal erkannt, dass es von Natur aus keine böse Menschen gibt, sondern nur Menschen, die durch ihre Erziehung oder ihre Umgebung geprägt wurden, sieht es wieder etwas anders aus. Keiner kann aus seiner Haut, bevor er nicht bewusst etwas ändert. Bewusst ändern heißt auch einmal zu hinterfragen, warum man immer die selben Probleme hat. Auch zu diesem Thema gibt es interessante Bücher.

Wenn nur jeder für sich versucht etwas zu verändern, nicht immer alles persönlich nimmt und den anderen auch anspricht, wenn er verletzt wurde, kann sich vieles ändern. Erst einmal müssen wir lernen sofort aus dem Bauch heraus zu reagieren. Vielleicht kommt es am Anfang dabei zu Überreaktionen, aber nur so haben alle die Chance, ihre Ansichten und Standpunkte zu erklären.

Wer intuitiv reagiert und lebt, wird zwar nicht immer einfach und taktvoll sein, aber immer ehrlich. Auch lernt man Dinge auszusprechen, die ein anderer hinunterschluckt und über Jahre hinweg in sich hineinfrisst. Dadurch entstehen dann Krankheiten (siehe Kapitel Krankheiten), die mehr Schaden anrichten, als ein kurzes Streitgespräch, um eine Situation zu bereinigen.

Als nächsten Schritt müssen wir dann lernen, uns sachlich mit anderen Meinungen auseinander zu setzen. Sobald man gelernt hat, dass man jede Situation selbst verursacht, um mit ihr zu wachsen und nicht daran zerbricht, sieht es schon wieder positiver aus.

Alles im Außen ist das Spiegelbild, wie wir es im Innen sehen. An diesen Sätzen habe ich sehr lange geknabbert und konnte sie auch nur schwer verstehen. Es war für mich nicht logisch, wenn man ständig Menschen kennenlernt, die sehr dominant oder verletzend sind, dass der andere darunter leiden muss.

Oder warum bekommen Menschen, deren Eltern Alkoholiker waren, wieder einen Partner, der Alkoholprobleme hat? Warum bekommen Menschen die nach außen hin nur lieb und freundlich sind, die keiner Fliege etwas zu leide tun und überall beliebt sind, Krebs? Warum bekommt der zuverlässige, freundliche und ruhige Arbeitskollege nicht die ihm zustehende Beförderung?

Alles Fragen, die ich vor Jahren noch nicht verstand. Heute weiß ich, dass jeder Mensch selbst sein Schicksal bestimmt. Sie haben nur das gelebt, was die anderen von ihnen erwartet hatten. Sie haben nie hinterfragt, ob alles noch für sie stimmig ist, selten oder nie nein gesagt, wenn es angebracht war. Viele sind auch oft den vermeintlich einfacheren Weg gegangen; kein Streit, ja nicht auffallen; den Satz: „Was denken denn die anderen von mir?“ oft im Kopf, oder „Das war schon immer so, was soll ich denn da ändern, die anderen machen es ja auch nicht“.

Ich höre nach diesem Absatz förmlich, wie der eine oder andere Leser sagt: „Die spinnt doch, so ein Unsinn, wenn alles so einfach wäre.“ usw...

Ich kann nur versichern, dass ich niemandem zu nahe treten möchte. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Ratschläge lesen oder hören und Ratschläge umsetzen zwei Paar Stiefel sind.

Ebenso habe ich noch nie behauptet, dass dieser Weg einfach ist. Aber ich kann aus eigener Erfahrung bestätigen, dass er erlernbar ist. Man muss nicht alles von heute auf morgen verändern, mit kleinen Schritten kommt man auch ans Ziel. Doch sollte man dabei immer ehrlich zu sich selbst sein. Das Leben bedeutet immer Veränderung und Wandlung. Keine Sekunde, kein Wort und keine Tat kann man zurückholen. Was gestern war, ist vorbei. Das Heute – im Hier und Jetzt – müssen wir leben und zwar so gut wie möglich.

Dass nicht jeder Tag gleich verläuft, gehört auch zum Leben. Tage, an denen man früh am liebsten liegen bleiben möchte, sich die Decke über den Kopf ziehen will, nichts sehen und hören möchte, gehören auch dazu. Lachend und immer gut gelaunt kann kein Mensch jeden Tag sein.

Wir haben Emotionen, die wir leben müssen. Missmut und schlechte Laune kann auch mal eine Seite von einem sein. Wichtig ist, immer nur ehrlich sich selbst und den anderen gegenüber zu bleiben, zu seinen Fehlern und Schwächen stehen, vielleicht eine kurze Erklärung dem anderen gegenüber geben, sagen: „Ich habe heute keinen guten Tag, ich bin schlecht drauf, es hat aber nichts mit Ihnen zu tun.“ Und schon versteht der andere es besser.

Ist man in einer solchen „Tiefphase“, sollte man versuchen, so schnell wie möglich aus eigener Kraft herauszukommen. Falls es nicht gelingt, kann auch alles andere zu Rate gezogen werden. Gespräche mit einer Vertrauensperson, Bücher, Musik, Bachblüten, Heilsteine oder Homöopathie - einfach das, was einen anspricht. Manchmal hilft auch ein Spaziergang, eine Massage oder ein Entspannungsbad.

Wenn man so mit Krisen umgeht, wird man sehr schnell lernen, sich selbst zu leben. Alle Situationen sollten angenommen, erkannt und ehrlich abgearbeitet werden. Jeder Mensch hat Fehler und Schwächen, die genauso zu ihm gehören, wie seine Stärken. Ohne das Eine wäre das Andere nicht möglich. Nobody is perfect. Zu seinen Schwächen zu stehen ist übrigens auch eine Stärke.

Wenn man mit sich selbst ehrlich umgeht, wird man immer mehr Menschen anziehen, die einen so akzeptieren, wie man ist. Bewertet oder urteilt man nicht über andere, wird man auch nicht mehr bewertet.

Es ist mit seinem Verhalten sowie bei einem Bumerang: alles was man aussendet – an positiven wie auch negativen Gedanken – kommt zurück. Achtet man sich so wie man ist, achtet man auch die Mitmenschen, die Tiere und die Natur.

Irgendwo habe ich gelesen, dass das Universum nur an glücklichen Menschen interessiert ist, denn nur glückliche Menschen können auch Glück verbreiten und weitergeben.

Buchbestellung
zum Anfang