Raum-
und Zeiterfahrung
Es
ist irrig zu glauben, wir seien Wesen, die als Mensch zur Spiritualität
finden müssen. Das genaue Gegenteil ist der Fall.
„Wir sind spirituelle Wesenheiten, die sich verkörperten, um
durch Raum- und Zeiterfahrung zu unserem wahren Selbst zu finden,
um es erneut vervollkommnen zu können.“
So gesehen lebt der Mensch hier in der Erdatmosphäre, damit
er durch seine Lebensjahre Erfahrungen sammelt, die ihn reifen
und wachsen lassen, um vollkommener zu werden. Er ist bemüht,
das immer wieder aufs Neue angestrebte Ziel zu erreichen. Die
größte Schwierigkeit besteht jedoch darin, dass jedes Individiuum
bei seinem Eintritt in dieses Erdenleben sein Ziel, das es sich
setzte, nicht mehr kennt. Da es nicht genügend mit sich kommuniziert,
nicht mehr auf seine innere Stimme hört, zu stark nach außen
orientiert ist, kann es die Botschaften seiner Seele nicht wahrnehmen.
Dies bewirkt, dass die Seele immer unzufriedener wird - sich
zu wehren beginnt. Sie sendet uns Signale durch Unzufriedenheit,
Unwohlsein und schlechteTräume, um uns von unserer falschen
Richtung abzubringen. Erkennen wir diese Hinweise nicht, wird
unser ungutes Empfinden noch konkreter. Da wir nicht nach innen
gehen, bemerken wir die Warnzeichen nicht, und unser Leben wird
noch schwieriger. Immer öfter erschweren Hemmnisse unsere angestrebten
Ziele, um uns erneut von unserer falschen Richtung abzubringen.
Nachdem allen Hindernissen keine Bedeutung beigemessen wurde,
wird die Sprache der Seele deutlicher. Wer nicht hören will
- muss fühlen. So beginnt das vermeintliche Schicksal wirklich
zum Schicksal zu werden. Im Extremfall erlebt dies der Mensch
als Krankheit und als Schicksalsschläge. Er wird durch diese
von seinem Vorhaben abgebracht, in die Ruhe gezwungen, um auf
seine Seele zu achten. Dies ist die größte und letzte Möglichkeit
für ihn, seine Bestimmung zu erkennen .Das Schicksal wird zur
Chance, und so sollte der Mensch dies auch betrachten.
Für sehr viele Menschen sind Schicksal und Leid der beste Weg
zur Veränderung ihres Lebensweges, denn sie werden durch diese
Geschehnisse in die Transformation gezwungen, erhalten wieder
eine Gelegenheit, ihr Ziel, das sie sich bei Antritt in diese
Raum- und Zeiterfahrung vorgenommen haben, zu erreichen.
Nun
werden Sie sich fragen: Wie erkenne ich, dass ich auf dem für
mich bestimmten Weg bin?
Ein Mensch, der mit seinem Inneren in Einklang lebt, braucht
sich diese Frage nicht zu stellen, er fühlt genau, was seine
Bestimmung ist. Zufrieden mit sich und seinem Leben fühlt er,
wenn er den von ihm selbst bestimmten Weg verlässt. Er erkennt
die Disharmonie, die sich in seinem Inneren einstellt, als Hinweis
und sorgt durch Sinneswandel für den nötigen Ausgleich. Dies
ist für ihn nicht schwer, denn er kann beide Pole in sich wieder
schnell in Harmonie bringen, da er Gut und Böse zu gleichen
Teilen in sich akzeptiert. Auf seinem Weg beachtet er die rechte
und die linke Seite, doch er geht immer in der Mitte, weil er
weiß, dass dies für ihn die beste Lösung ist. Er akzeptiert
auch einen Umweg, wenn er erkennt, dass dieser für ihn leichter
zu beschreiten ist, denn nicht immer ist der kürzeste Weg der
Schnellste.
Ein Mensch, der sich von seinem Zentrum zu weit entfernte, ist
mit sich unzufrieden. Gut und Böse sind nicht mehr miteinander
verbunden, sondern eigenständig geworden und bekämpfen sich
gegenseitig. An diesem Punkt angelangt, ist er bemüht, die Seite
in ihm, die ihn am meisten quält, zu befriedigen. Doch gerade,
nachdem er den einen Pol besänftigte, beginnt der andere, da
er vernachlässigt wurde, sich zu behaupten. So verbringt der
von seinem Ziel abgekommene Mensch die meiste Zeit seines Lebens
damit, abwechselnd den einen oder anderen Teil in sich zu befriedigen
oder zu bekämpfen. Dies sind Umwege, die Zeit und Kraft kosten.
Durch die verlorene Energie in seiner Wahrnehmung geschwächt,
verirrter sich noch mehr, kommt immer weiter von seinem Weg
ab. Hat dieser Mensch sein Ziel nicht mehr im Auge, gibt Gott
ihm eine Chance und legt ihm Steine in den Weg. Diese sollen
ihn von seiner falschen Lebensrichtung abbringen. Doch geschwächt
in seinem Glauben und seiner Zuversicht durch die Anstrengungen
seiner Irrwege, sieht und erkennt der Mensch diesen Hinweis
nicht. Er pflügt und ackert sich wie ein Ochse den Weg frei,
sieht die Erschwernisse nicht als Chance. So schreitet er in
der falschen Richtung weiter, räumt alle Hindernisse hinweg
und hadert mit seinem Schicksal. Sein Leben ist voller Mühe
und Plage. Er sucht nach Auswegen, doch auch diese Bemühungen
kosten Zeit und Energie. Noch mehr geschwächt, verliert er sein
Ziel ganz aus den Augen.
Dies ist der Zeitpunkt, an dem der Mensch beginnt, die Schuld
für seine Misere außerhalb von sich zu suchen und andere für
seine Taten verantwortlich zu machen. Er hat vergessen, dass
er hier ist, um sein Leben zu bewältigen, seine Aufgabe zu erfüllen
und sich durch Nichts und niemanden von diesem Weg abbringen
lassen wollte, dass man nur das ernten kann, was man gesät hat.
Da er sich selbst blockierte und verlor, erfährt er nun Blockaden
von außen, wodurch ihm sein Leben immer sinnloser erscheint.
Die Weisheit des Hermes: Wie oben - so unten, wie innen - so
außen, könnte ihm jetzt weiterhelfen. Sicher fühlt er es noch
nicht, dass sein Leben keinen Sinn mehr hat, weil sein Innerstes
mit Äußerem übertönt ist, Äußerlichkeiten seine innere Leere
überdecken. Es ist die unbewusste Suche nach der Ganzheit, die
er verloren hat, durch die Vernachlässigung seines Inneren.
Diese Suche setzt sich solange fort, bis er, überfordert durch
äußere Reize, keinen inneren Ausgleich mehr findet, das Schicksal
ihn zur Veränderung führt. Kommen Sie daher nicht auf den Gedanken
zu glauben: „Reichtum schafft inneren Frieden.“ Dies stimmt
nur bedingt, vor allem nicht auf lange Sicht gesehen.
Ein
Beispiel.
Wenn
Sie in einen Spiegel schauen, sehen Sie das, was in den Spiegel
hineinreflektiert wird - Ihre Gestalt, so wie sie ist. Es ist
dem Spiegel nicht möglich, etwas wiederzugeben, was nicht vorhanden
ist. Schauen Sie hinein und lächeln, wird er Ihnen Ihr lächelndes
Gesicht wiederspiegeln. Er kann aber niemals ein trauriges Gesicht
in ein lächelndes verwandeln. Sie spiegeln das nach außen, was
in Ihrer Seele enthalten ist, und niemals umgekehrt.
Wollen Sie glücklich und zufrieden sein, gibt es nur eine Lösung,
den Weg nach innen wieder zu finden, damit Sie die Sprache Ihrer
Seele verstehen lernen. Haben Sie diese erlernt, werden Sie
bemerken, dass Ihnen Ihr Innerstes auf alle Lebensfragen eine
Antwort gibt. Hören Sie nach einer Entscheidung in sich hinein,
und erspüren Sie was gut für Sie ist. Fühlen Sie sich wohl,
leicht und frei, dann bleiben Sie bei Ihrem ...