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... Meine Freundin war aus dem Urlaub zurück
und mein Betriebsurlaub war auch vorbei, denn ich musste wieder
arbeiten. Die ersten Tage konnte ich meiner Freundin vormachen,
dass nichts Wichtiges während ihres Urlaubes vorgefallen war.
Das mit der Stripperin hat sie nicht er-fahren, jedoch bemerkte
sie, dass ich wieder trank. Für Haschisch hatte ich jetzt nichts
mehr übrig. Ich hatte meinen Alkohol, und damit war ich zufriedener
als mit Haschisch oder Trips.
Doch umso zufriedener ich mit meinem Alkohol wurde, umso unzu-friedener
wurden meine Mitmenschen mit mir. Ich konnte nicht verstehen, was
um alles in der Welt jeder gegen mein Trinken auszusetzen hatte.
Ich muss in dieser Zeit blind oder irre gewesen sein. Ich glaubte,
dass mein aggressives, gemeines und unberechenbares Verhalten im
betrunkenen Zustand darauf zurückzuführen war, weil jeder,
mit dem ich näher in Kontakt war, wollte, dass ich weniger
trinken sollte. Hätten die mich nicht in Ruhe trinken lassen
können? Ich war fest davon überzeugt, ich wäre dann
sicher ein anderer Mensch geworden, wenn ich in Ruhe mein Bier hätte
trinken können. Was ich damals noch nicht wusste und worüber
ich heute dankbar bin, ist, dass ich unter Alkoholeinfluss überall
aneckte.
Ich trank schon morgens bevor ich zur Arbeit ging, woraufhin mich
meine Freundin vor die Türe setzte und ich wieder zu meiner
Großmutter zog, die auch nicht gerade begeistert war. Ich
musste mir wieder Predigten anhören, gegen die ich längst
immun war. Die Worte meiner Großmutter gingen ins eine Ohr
rein und ohne Umwege sofort aus dem anderen Ohr wieder hinaus.
Von meiner Freundin bekam ich eine zweite Chance, jedoch wollte
sie nicht, dass wir wieder zusammenziehen. Sie wohnte mittlerweile
wieder bei ihrer Mutter und ihren vier Geschwistern. Sie hatte dort
ein eigenes Zimmer. Sie blieb ab und zu über Nacht bei mir,
denn ich hatte bei meiner Großmutter ein Zimmer für mich.
Wenn meine Freundin nicht bei mir schlief waren ein paar Freunde
von früher bei mir, und wir tranken oft bis in den frühen
Morgen hinein. Das Arbeiten wurde an diesen Tagen zur Qual und deshalb
machte ich öfters mal blau.
Nach meiner Entlassung aus dem Gefängnis hatte ich mir vorgenommen,
den anderen Facharbeitern zu zeigen wie gut ich bin. Die ersten
Monate fingen zwar traumhaft an, denn ich gab mir große Mühe
und deswegen lief alles so, wie ich es mir vorstellte, bis zu dem
Moment als ich wieder zu trinken anfing. Jetzt machte mir das Arbeiten
Probleme, die anderen Facharbeiter hatten das Sagen, denn sie waren
gewissenhafter und beständiger bei der Arbeit, pünktlich
waren sie auch. Ich war zwar auch pünktlich, manchmal sogar
überpünktlich, wenn es ums Feierabend machen ging.
So konnte ich den anderen Facharbeitern nicht zeigen was ich alles
drauf habe und deswegen behandelten mich meine Arbeitskollegen wie
einen Hilfsarbeiter.
Einmal im Monat musste ich nach wie vor zu meinem Bewährungshelfer.
Meine Freundin hatte mich die letzten Male immer begleitet. Sie
be-richtete ihm bis auf das Kleinste über mein Fehlverhalten.
Ich musste sie des öfteren daran erinnern, dass er mein Bewährungshelfer
und nicht mein Rechtsanwalt sei, bei dem man auf jeden Fall die
Wahrheit sagen sollte. Er konnte mich schneller ins Gefängnis
zurück bringen als mir lieb war und ich hatte ja schließlich
noch zwanzig Monate auf Bewährung. Meine Freundin blieb jedoch
hartnäckig, denn sie vertrat die Meinung, ein Bewährungshelfer
ist dazu da, um einem zu helfen....
ISBN 3-930403-21-8 (alt)
ISBN 978-3-930403-21-9
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